Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. Kurt Rothermel
Universität Stuttgart
Institut für Parallele und Verteilte Systeme
Universitätsstraße 38
70569 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 7816 434
Fax +49 (0)711 7816 424
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Überblick
Im Teilprojekt A2 stehen neuartige kontextbezogene
Kommunikationsparadigmen im Vordergrund, die auf Grundlage
eines detaillierten Umgebungsmodells realisiert werden
können. Ziel des Teilprojekts ist es, diese Modelle
zu nutzen, um Nachrichten selektiv an Benutzer mit einem
bestimmten Kontext zu verteilen.
Die Arbeiten der ersten Förderperiode im Bereich
der ortsbezogenen Kommunikation (Geocast)
dienen hierbei als Ausgangspunkt. Geocast-Protokolle
ermöglichen das Senden von Nachrichten an alle
Empfänger an einem bestimmten Ort. In der ersten
Förderperiode wurden Geocast-Protokolle für
infrastrukturbasierte Netze betrachtet; in der zweiten
Förderperiode sollen diese Betrachtungen auf
infrastrukturlose und hybride Netze bestehend aus
infrastrukturlosen und infrastrukturbasierten Teilen
ausgedehnt werden. Die betrachteten infrastrukturlosen
Netze bestehen dabei aus einer Menge von Knoten, die
über drahtlose Kommunikationstechnologien direkt
miteinander kommunizieren und die untereinander ein
Ad-hoc-Netz für die Weiterleitung von Nachrichten an
nicht direkt erreichbare Ziele bilden. Ein Beispiel
für ein solches Ad-hoc-Netz sind drahtlose vermaschte
Netze (engl. Wireless Mesh Networks), mit deren Hilfe
große Gebiete bis hin zu ganzen Städten
kostengünstig vernetzt werden können, wobei
sowohl stationäre als auch mobile Knoten an der
Nachrichtenweiterleitung beteiligt sein
können. Für solche infrastrukturlosen Netze
werden Geocast-Protokolle auf Grundlage geeigneter
Umgebungsmodelle erforscht. Ferner wird untersucht, wie
diese infrastrukturlosen Netze in die
Geocast-Infrastruktur der ersten Förderperiode
eingebunden werden können, um einen
durchgängigen ortsbezogenen Kommunikationsdienst zu
realisieren.
In einem zweiten Schwerpunkt soll neben der rein
ortsbezogenen Kommunikation eine erweiterte Form der
kontextbezogenen Kommunikation, bezeichnet als
Contextcast, betrachtet
werden. Die Contextcast-Kommunikation kann neben
Ortsinformationen umfassenden Kontextinformationen des
Nexus-Umgegebungsmodells zur Definition der Empfängermenge
nutzen, beispielsweise den Empfängertyp, weitere
Empfängerattribute, den aktuellen Zustand des Empfängers
bis hin zur Situation, in der sich der Empfänger
befindet. Die Anwendungsmöglichkeiten sind dabei
vielfältig. So kann zum Beispiel eine Nachrichten
gezielt an Arbeiter der "Smart Factory" (Teilprojekt D1)
gesendet werden, die bestimmte Fähigkeiten besitzen
und sich in der Nähe einer ausgefallenen Maschine
aufhalten. Oder es können Ozonwarnmeldungen an alle
älteren oder ozonempfindlichen Personen in einer
bestimmten Region verteilt werden. Neben dem aktuellen
Kontext können dabei auch Historien, die vom
Nexus-System verwaltet werden, zum Zwecke der Adressierung
genutzt werden. Um auf Grundlage dieser Informationen eine
effiziente Nachrichtenverteilung auch in großen,
potentiell globalen Systemen zu ermöglichen, sollen
geeignete Verteilstrukturen in Form von Overlay-Netzen auf
Basis der IP-Infrastrukur entworfen werden. Insbesondere
ist zu untersuchen, wie Overlay-Netze anhand des
Empfängerkontexts strukturiert und diese Strukturen
effizient entsprechend des dynamischen
Empfängerkontexts aktualisiert werden
können. Neben der Effizienz sind dabei auch
Sicherheitsaspekte wie der Schutz vor unerwünschten
Nachrichten ("Spam") und der Schutz persönlicher
Informationen zu beachten, die in enger Kooperation mit
dem Teilprojekt A3 behandelt werden.
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