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SFB 627: Nexus |
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Das Forschungsprogramm gliedert sich in vier Forschungsbereiche. In den Bereichen A und B sind die Teilprojekte angesiedelt, die sich mit Realisierungsaspekten des Umgebungsmodells befassen. Die Projekte im Bereich A sind fokussiert auf Fragestellungen der Kommunikation und Sicherheit, während in Bereich B die Projekte mit Schwerpunkt Datenmodellierung und -management gruppiert sind. Im Bereich C sind die Projekte zusammengefasst, die sich mit der Ein-/Ausgabe von Modellinformationen, also der "Schnittstelle" des föderierten Umgebungsmodells zur realen Welt befassen. Es handelt sich hierbei um Projekte, die Aspekte der sensorischen Erfassung von Modellinformation einerseits und der Präsentation von Informationen des Umgebungsmodells andererseits erforschen. Im Projektbereich D befinden sich schließlich die anwendungsorientierten Projekte, deren Forschung auf dem Umgebungsmodell aufbaut. Ebenfalls in diesem Bereich befindet sich ein Projekt, das auf der Grundlage konkreter Anwendungen gesellschaftliche Aspekte des Vorhabens untersuchen soll. Im folgenden werden die einzelnen Projektbereiche kurz vorgestellt. Jedes Teilprojekt in der nachstehenden Tabelle wird auf einer eigenen Seite beschrieben.
Projektbereich A
In diesem Projektbereich stehen weiterhin Kommunikations- und
Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten
Förderperiode werden zum einen Aspekte der Kommunikation zwischen mobilen
Anwendungen und der Föderation sowie den Umgebungsmodelldiensten und zum
anderen die Gestaltung neuer Kommunikationsmechanismen auf Basis von
Kontextinformationen (Contextcast) betrachtet. Im Bereich der Sicherheit
werden umfassende Sicherheitslösungen betrachtet, welche die Schutzbedürfnisse
der Anwender und die Informationsbedürfnisse der Dienstanbieter (z. B. für
Abrechnungszwecke) in Einklang bringen. Techniken des Model-Checking werden
in zwei Gebieten zum Einsatz kommen: Erstens wird der Status von
Autorisierungsinformationen in einer hochverteilten Umgebung mit Hilfe von
effiziente Algorithmen analysiert, und zweitens wird durch
Model-Checking-Methoden die Überwachung des Umgebungsmodells zu Prognose- und
Kontrollzwecken untersucht.
Projektbereich B
Die zentrale Aufgabe dieses Forschungsbereiches ist die Erarbeitung von Konzepten und Methoden
für die verteilte Verwaltung und Bereitstellung von Umgebungsmodelldaten. Das Umgebungsmodell
umfasst ortsbezogene Daten und Objekte, die aus teilweise proprietären Daten verschiedener
Informationsanbieter aufgebaut sind und den Anwendungen in vereinheitlichter Darstellung und
Sprache zur Verfügung gestellt werden. Um diesen umfassenden Informationsdienst bereitstellen
zu können, müssen die Teilprojekte dieses Projektbereichs Fragestellungen zur Systemarchitektur,
Datenföderation, Datenverarbeitung, Datenqualität und auch Datenaktualisierung bearbeiten. Von
besonderer Bedeutung sind dabei die Skalierbarkeit und Offenheit der Systemarchitektur. In der
zweiten Förderperiode wird den besonderen Anforderungen, die sich aus der Bereitstellung temporaler,
strombasierter und dreidimensionaler Umgebungsmodelldaten ergeben, Rechnung getragen -
auch in Hinblick auf die Verwaltung in dynamischen Infrastrukturen sowie infrastrukturlosen und
hybriden Systemen.
Projektbereich C
Der Forschungsbereich C befasst sich sowohl mit der effizienten Verarbeitung von Modelldaten,
als auch mit der konsistenten Aufbereitung akquirierter Sensordaten. Diese verschiedenartigen Informationen
sollen auf geeignete Weise fusioniert werden, um aus den semantischen und sensorischen
Teilaspekten ein konsistentes Umgebungsmodell generieren zu können. Die Analyse und
Quantifizierung von Unschärfe, Unsicherheit, Unvollständigkeit und Ungenauigkeit soll dazu verwendet
werden, die Ursachen auftretender Inkonsistenzen zu ermitteln und adäquate Verfahren zu
deren Auflösung anzubieten. Dabei sollen außerdem Kosten-Nutzen-Analysen für die Auflösung
von Inkonsistenzen erstellt werden, die klären ob sich in bestimmten Anwendungsfällen eine Auflösung
lohnt oder ob die jeweilige Anwendung auch mit den vorhandenen inkonsistenten Daten
sinnvoll umgehen kann. Weitere Forschungsschwerpunkte sind die dreidimensionale Erfassung von
Objektoberflächen, die Modellierung aus 3D-Punktwolken und die Generalisierung von 3D-Stadtmodellen.
Insbesondere sollen kontextabhängige Generalisierungs- und Projektionsverfahren
eingesetzt werden. Zur kontextsensitiven Visualisierung des Umgebungsmodells werden dabei benutzerorientierte
Informationsvisualisierungstechniken eingesetzt.
Projektbereich D
In diesem Projektbereich werden Anwendungen bezüglich ihrer Akzeptabilität und unter betriebsund
volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. Die Anwendungen lassen sich dabei nur
durch die im Rahmen des SFB entwickelten Technologien realisieren. Insbesondere dient dieser
Projektbereich zur Präsentation und Evaluierung des Nexus-Systems. Die Szenarien der ersten Förderperiode
werden im Rahmen der zweiten Förderperiode erweitert, wodurch sich neue Forschungsziele
und Anwendungsfälle ergeben. Insbesondere werden sensorische Netzwerke und Anwendungsfälle
zur kontextbezogenen Datenrepräsentation und Kommunikation untersucht. Durch
die unterschiedlichen Sichtweisen und die speziellen Anforderungen der Teilprojekte sind interdis-
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ziplinäre Lösungsansätze und Verbesserungen des Nexus-Konzeptes zu erwarten. Zur Neuentwicklung,
Bewertung und Evaluierung der Anwendungsszenarien sind entsprechende Untersuchungen
im Bezug auf Akzeptabilität und Privatheit aber auch Verantwortungsfragen oder ökonomische
Potentiale unbedingt erforderlich.
Projektbereich E
Förderperiode 1 zeigte, dass für die Entwicklung kontextbezogener Anwendungen neue Methoden
und Konzepte notwendig sind, um den charakteristischen Eigenschaften dieser Anwendungen (insbesondere
im Zusammenhang mit Mobilität, Kontextqualität und heterogenen Systemlandschaften)
Rechnung zu tragen. Nachdem in der ersten Förderperiode Architekturen der Anwendungsumgebungen
betrachtet wurden, sollen in der zweiten Förderperiode auch Architekturen und Funktionalitäten
sowie die Erstellung der kontextbezogenen Anwendungen selbst Gegenstand der Forschung
sein.
Die Erfahrungen aus der ersten Förderperiode zeigten, dass die Anwendungen weiter über bisher
bestimmte Kontextdaten hinausgehend Informationen benötigen. Die Entwicklung von Komponenten,
die solche Informationen ableiten, ist allerdings so komplex, dass dafür ein neuer Projektbereich
E eingeführt werden muss. Dieser Projektbereich beschäftigt sich dabei primär mit drei Themen:
Erkennung von komplexen Situationen, Sammlung von natürlichsprachlichen kontextgebundenen
Informationen aus Textbausteinen, die im World Wide Web zu finden sind und der Erstellung
von Softwarearchitekturen und Entwicklungswerkzeugen für kontextbezogene Anwendungen.
Die Teilprojekte stehen dabei im engen Austausch mit den Anwendungsprojekten aus dem Projektbereich
D, um diese bei der Lösung ihrer spezifischen Problemstellungen zu unterstützen.
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